Abbildung: 14-Achsen-Hochdruck-Kaltgasspritzanlage

Das Kaltgasspritzverfahren weist hohe Materialaufbauraten auf und das Bauvolumen ist lediglich durch die Erreichbarkeit der robotergeführten Kaltgasspritzpistole begrenzt. Durch den Materialauftrag mit einer Düse und ohne Schmelzen der Metallpulverpartikel eignet sich Kaltgasspritzen sehr gut für die Herstellung von Multimaterialbauteilen. Vorteile sind die Verarbeitung von Mehrstoff-Kombinationen ohne intermetallische Phasenbildung oder die Verwendung von Werkstoffen mit ungleichen Schmelzpunkten. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Parameterbestimmung für verschiedene Werkstoffe und der Herstellung von Multimaterialbauteilen. Das AMLab verfügt über eines der modernsten Hochdruck-Kaltgasspritzsysteme zur Additiven Fertigung in Europa. Die eigens konzipierte Kaltgaszelle beinhaltet zwei 6-Achs-Roboter von ABB sowie einen Dreh-Schwenktisch. Auf einem der Roboter kommt eine Plasma Giken-Gun zum Einsatz, die für den Arbeitsdruck über eine Stickstoffleitung mit bis zu 90 bar versorgt werden kann. Der zweite Roboter kann sowohl Bauteile (Sensoren, Aktoren) während des Prozesses einlegen als auch spanende Nachbearbeitungen vornehmen.
Die Gesamtleistungsaufnahme des Systems beträgt bis zu 211 kW. Derzeit steht die Verarbeitung von Stählen, Kuper(-legierungen) sowie Hochleistungsstählen im Fokus. Durch individuell zugeschnittene Analysen und unser System- und Engineering-Know-how unterstützen wir Sie bei der Evaluierung geeigneter Anwendungsfälle für die Additive Fertigung mittels Kaltgasspritzen. In unserem Kaltgasspritz-Fertigungslabor können Versuche schnell umgesetzt und analysiert werden.